Musik

KAE-Schulchor: Mit einem Ostbelgiensong ins WDR-Finale

Eupen

Kurzfristig haben die Sänger ihre Bewerbung eingereicht und es tatsächlich unter die drei besten geschafft: Der Schulchor des Königlichen Athenäums Eupen steht im Finale des WDR-Wettbewerbs „Bester Schulchor in der Region“.

Die gute Nachricht trudelte am 16. Dezember bei Chorleiterin Iris Wynands ein: Der KAE-Schulchor ist unter den drei Finalisten des Wettbewerbs „Der beste Schulchor der Region“, den der WDR ausrichtet. „Unsere Bewerbung haben wir recht spontan eingereicht. Mit dem Erfolg haben wir überhaupt nicht gerechnet“, erzählt die musikbegeisterte Grundschullehrerin. Gemeinsam mit dem ehemaligen KAE-Schüler Ramón Janßen (22) leitet sie den Chor. „Ramón sitzt am Klavier und kümmert sich um die Arrangements unserer Stücke. Er leistet ganz wichtige Arbeit für den Chor“, so Iris Wynands.

Die Eupener sind die Küken bei dem WDR-Wettbewerb: Der KAE-Schulchor besteht zur Hälfte aus Primarschülern, die andere Hälfte besucht die Sekundarschule. Die beiden anderen Finalisten sind Oberstufenchöre, die Wynands als „semi-professionell“ einstuft. Was genau auf die Eupener Sänger beim Finale am 8. Juni im Kulturzentrum Depot in Aachen zukommt, wissen sie noch nicht. Auf jeden Fall stehen im Vorfeld Coachings mit professionellen Sängern des Rundfunkchors vom WDR an. „Das finde ich persönlich schon das Größte an dem Projekt. Ich kann den Kindern Berufsfelder von Musikern zeigen, die nichts mit Berühmtheit, Reichtum und Charts zu tun haben“, so die 40-jährige Pädagogin.

Das Bewerbungsvideo aus Eupen überzeugte die Jury u.a. durch die Originalität der Liedauswahl. Die Schüler hatten sich mit dem Song „I would stay“ von Krezip und einer Ostbelgienhymne beworben. „Die Ostbelgienhymne auf der Melodie von ‚Drei Chinesen mit dem Kontrabass‘ haben wir in einem alten KLJ-Liederbuch gefunden und ein wenig aktualisiert“, berichtet Iris Wynands.

Den KAE-Schulchor gibt es seit 2010. Ab dem fünften Schuljahr dürfen die Kinder an den Proben mittwochnachmittags teilnehmen. Auch nach dem Abschluss der Grundschule bleiben viele Sängerinnen – und auch einige Sänger – dem Chor treu. „Die Kinder singen mit viel Begeisterung. Die ‚Kleinen‘ sind beispielsweise ganz stolz, dass sie durch den Chor einige der ‚Großen‘ kennen. Und die älteren Schüler können den jüngeren helfen und ein wenig coachen“, so Wynands.

Die Nachricht der Finalteilnahme erfreute auch die Direktion, wie Schulleiterin Karin Charlier-Plumacher bestätigt: „Wir sind natürlich sehr stolz. Außerdem passt es hervorragend zu unserem Projekt, weil wir Euregio-Profilschule werden wollen.“ Die Partnerschaft mit dem Ritzefeld-Gymnasium aus Stolberg läuft bereits seit einigen Monaten. Die Stolberger waren schon in Eupen zu Besuch und auch bei dieser Gelegenheit erwies sich die Musik als verbindendes Element. Über 150 Schüler haben im Rahmen eines Ausflugs zur Talsperre dort gemeinsam ein Lied vorgetragen – für die Teilnehmer ein Gänsehautmoment. „Sobald man mit Kindern Musik macht, erübrigen sich alle anderen Versuche, Brücken zwischen ihnen zu bauen. Sie haben dann ein gemeinsames Ziel und das Singen schafft eine Verbindung, die bleibt“, ist sich Iris Wynands sicher.

Im Januar erfahren die KAE-Schüler mehr über Ablauf und Programm des Finales. Die Proben bis zum großen Tag im Juni versprechen intensiv zu werden.

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